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EBSW - Wort auf den Weg 1/2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
(Offenbarung 21,6)

Liebe Leserinnen und Leser,

lebendiges Wasser – davon habe ich letztes Jahr in unserem Sommerurlaub eine eindrückliche Vorstellung bekommen. Im französischen Jura waren wir bei einem Ausflug unterwegs zu einem großen Wasserfall. Oberhalb des Wasserfalls liegt ein großer ruhiger See inmitten von Bergen, die Welt atmet Stille. Von dort aus geht man einen kleinen Waldweg entlang, vielleicht eine Viertelstunde. Dann kommt man plötzlich aus dem Wald. Auf einem Felsen steht man dem großen Wasserfall gegenüber, hört das Rauschen und Donnern der Wassermassen. Aus der Höhe stürzen sie weit in die Tiefe. Unvorstellbar ist die Menge, die in jedem Augenblick den Berg hinunterfließt.

In unserem Land haben wir fast immer genug Wasser in greifbarer Nähe, wofür wir dankbar sind. Manchmal genießen wir, was wir trinken. Oft trinken wir auch einfach so, ohne darüber nachzudenken – so selbstverständlich kommt Wasser aus der Leitung. Nicht überall in der Welt ist das so; in vielen Gegenden der Erde ist Wasser knapp. Dort hat frisches, fließendes Wasser für die Menschen noch eine ganz andere, tiefere Bedeutung.

Zum Osterfest begegnet mir die Jahreslosung für das Jahr 2018 noch einmal ganz neu, denn in ihr geht es um Dursterfahrungen in einem weiteren Sinn. Manches ist für mein Leben ähnlich wichtig wie Wasser: Gemeinschaft mit anderen, Vertrauen in die Zukunft und eine stärkende Geborgenheit in Gott. Wo mir das eine oder das andere fehlt, empfinde ich einen tiefen Durst und eine große Sehnsucht nach Leben.

Jesus hat Durst und Sehnsucht in einem tiefen Sinn selbst durchlebt. An Karfreitag und Ostern begleiten wir ihn auf dem Weg vom unerträglichsten Durst zu einer neuerlich ausströmenden Quelle des lebendigen Wassers. Wir denken an seine Einsamkeit am Kreuz und hören auf seine Worte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ und „Mich dürstet.“ Drei Tage später feiern wir aber, wie Gott ihn mit neuem Leben und neuer Freude beschenkt hat. Indem wir mit der Kirche in der ganzen Welt Ostern feiern, nehmen wir etwas von dieser Erneuerung des Lebens mit in unseren eigenen Alltag.

Zu Ostern hat Gott die Quelle lebendigen Wassers neu geöffnet. Er will uns im Vertrauen auf ihn und in der Liebe zu den Menschen stärken. Möge auch für Sie mit diesem Fest etwas Neues im Leben spürbar und wirklich werden. Eine frohe und gesegnete Osterzeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Hans-Peter Müller

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