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EBSW - Schülerpraktika „Seitenwechsel“

In Baden-Württemberg müssen Schüler/innen der 8. Klassen an Gymnasien im Rahmen des Religionsunterrichts ein Sozialpraktikum absolvieren. Die Jungen und Mädchen lernen soziale Einrichtungen kennen, arbeiten selbst mit und kommen manchmal dabei mit Menschen in Kontakt, mit denen sie sonst in ihrem Alltag wenig Berührungspunkte haben.

Am Backnanger Gymnasium in der Taus heißt dieses Projekt „Seitenwechsel“. Zwischen dem EBSW und der Schule besteht seit mehr als zehn Jahren eine Kooperation. Der EBSW stellt jedes Jahr zwischen einem und sechs Praktikumsstellen zur Verfügung. Fast immer sind die Begegnungen mit den jungen Menschen in den Gruppentreffen und bei Ausflügen sehr erfrischend. Nach dem Praktikum müssen die Schüler einen Bericht über ihre Erfahrungen schreiben.

In diesem Schuljahr war Magnus Rist aus Back-nang unser Seitenwechsler. Er nahm an Gruppentreffen des BLICKwechsels und an drei Ausflügen der Gruppe „Miteinander unterwegs“ teil. Magnus hat sich sehr dafür interessiert, wie blinde und sehbehinderte Menschen ihren Alltag meistern und was ihnen Mühe bereitet. Mit seiner Erlaubnis darf ich für den Rundbrief aus seinem Praktikumsbericht zitieren:

„… ich überlegte, wie unfassbar stark blinde Menschen sein müssen. Während andere Menschen seit der Geburt noch nie Tageslicht gesehen haben, würde ich vermutlich schon nach einem Tag mit Augenbinde zusammenbrechen. Wenn ich daran denke, Tag und Nacht hilflos und orientierungsunfähig zu sein und mein ganzes Leben lang auf andere angewiesen zu sein, wird mir schlecht. Woher hat zum Beispiel Herr S. das Vertrauen, dass ich ihn nicht einfach in den falschen Zug setze? Ich würde das vermutlich nicht schaffen.“

Und am Ende resümiert Magnus: „Durch dieses Sozialpraktikum ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, wie wichtig es für mich ist, sehen zu können. Mittlerweile habe ich gewaltigen Respekt vor sehbehinderten Menschen, weil diese ja genau die gleichen Schwierigkeiten wie ich im Leben haben, allerdings mit deutlich eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten.“

Annette Harter-Dieterle

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© 2014 by EBSW | Zuletzt geändert am: 9.11.2017