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EBSW - Pfarrer Manfred Bittighofer: Rückblick und Dank

Liebe Mitglieder des EBSW, liebe Leserinnen und Leser des Rundbriefes,

am 25. Oktober 2008 wurde ich bei der Mitgliederversammlung zum Vorsitzenden des Evang. Blinden- und Sehbehindertendienstes gewählt, mit der Mitgliederversammlung im Oktober endet meine Wahlzeit. Als ich gewählt wurde, wusste ich, dass es den EBSW gibt, aber ich hatte wenig Ahnung von der Arbeit dieser Einrichtung. Das sollte sich rasch ändern. Ein neuer Abschnitt des Lernens begann für mich.

Der Ausspruch von Frau Holzäpfel bei einer ersten Vorstandssitzung hat mir im wahrsten Sinn des Wortes die „Augen geöffnet“: „Mir kennet älles, bloß net gugge“ („Wir können alles, nur nicht sehen“). Umdenken bedeutete das für mich im Umgang mit Menschen, die mit einer Einschränkung leben müssen – und leben können! Das gehört zu einer der wesentlichen Erfahrungen meiner Mitarbeit im EBSW. „Inklusion“ ist nicht nur eine gute Idee, sondern die Maßgabe, allen volle gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Ich bin sehr froh, dass sich der EBSW – in seinem Bereich – dieser Aufgabe mit ganzem Engagement stellt.

Ein paar Streiflichter möchte ich auf besondere Anlässe werfen – unvollständig freilich:

Die Corona-Pandemie hat für uns radikale Änderungen gebracht. Das Jahresfest musste gestrichen werden, auf das ich mich sehr gefreut habe. Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes, wäre zur Predigt gekommen. Auch das Fest selber ist für uns ja von besonderer Bedeutung.

Alle Treffen mussten abgesagt werden – wie auch die gut vorbereiteten Freizeiten. Darüber sind viele enttäuscht und traurig. Das sind auch wir Mitarbeitenden.

Wenn jetzt auch vieles „digital“ stattfindet, so ist das ja lediglich Ersatz, ebenso trifft das auf Telefonkonferenzen zu. Persönliche Begegnungen sind durch nichts zu ersetzen! Das gilt besonders für uns im EBSW, wie m.E. überhaupt für ein gutes gemeinsames Leben und Arbeiten. Gemeinschaft stiften und Gemeinschaft leben gehört zum wesentlichen Auftrag des EBSW.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns treffen, dass wir Gemeinschaft pflegen und uns damit gegenseitig stärken und ermutigen, aber auch einfach Freude an der Gemeinschaft haben. Alle Arbeitszweige des EBSW haben darin ihre Aufgabe – von den Freizeiten, dem BLICKwechsel, den Chortagen, über die Tandem- und Wanderfreizeiten bis hin zu den Studienreisen.

Es ist für mich sehr bedrückend, wie durch die Pandemie Menschen in den Heimen wochenlang keine Begegnung haben konnten und wie eingesperrt leben mussten. „Risikofaktor Einsamkeit“ war das Thema des letzten Fachtages. Das wurde durch die Pandemie in neuer und anderer Weise ganz aktuell und konkret!

Auf vieles könnte noch hingewiesen werden, aber es bleibt ohnehin alles immer begrenzt. Jedenfalls endet die Verbundenheit mit dem EBSW gewiss nicht mit meinem Ausscheiden aus der Vorstandsverantwortung.

Ich freue mich, dass Kirchenrat i.R. Dr. Werner Schmückle bereit ist, für den Vorsitz zu kandidieren, und dass wir auch für den Vorstand insgesamt Mitarbeiter gewinnen konnten. Zu hoffen bleibt freilich, dass die Mitgliederversammlung am 10. Oktober 2020 in der üblichen Weise stattfinden kann, ansonsten müssen wir auf die Möglichkeit der Briefwahl ausweichen.

Sehr herzlich danke ich für das mir in all' den Jahren entgegengebrachte Vertrauen, das für mich stets auch eine Ermutigung für die Mitarbeit im EBSW war.

Ich schreibe diese Zeilen um das Trinitatisfest. Predigttext ist der „priesterliche Segen“:
„Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und geben dir Frieden.“ (4. Mose 6, 24f.)

Eine jüdische Legende begleitet mich dazu seit geraumer Zeit:
Ein König sandte einem Rabbi ein Geschenk, einen sehr wertvollen Edelstein, und bat ihn, er möge sich dafür revanchieren und ihm auch ein Geschenk machen, das der Rabbi für teuer hält. Da schickte ihm der Rabbi eine Mesusa. Das ist eine auf Pergament geschriebene heilige Inschrift, die eingerollt in einer Kapsel am Türpfosten befestigt wird. Der König wunderte sich darüber und fragte ihn: „Wie ist das möglich? Du hast von mir einen teuren Edelstein bekommen, wie man ihn nirgends finden kann, du aber hast mir etwas geschickt, das nichts wert ist.“ Da antwortete ihm der Rabbi: „Mein Geschenk und dein Geschenk lassen sich nicht vergleichen. Du hast mir ein Geschenk gemacht, das ich gut behüten muss. Ich habe dir dagegen ein Geschenk geschickt, das dich behüten wird.“

Unter dem Segen Gottes sind wir behütete Leute, hineingenommen in seinen Frieden.

Viel Gutes wünschend, grüße ich Sie herzlich

Ihr Manfred Bittighofer

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