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EBSW - Jahresfest 2017

Bericht vom Jahresfest zum 60. Geburtstag des EBSW
am 21. 5. 2017

Wie in den vorherigen Jahren traf sich der EBSW auch dieses Jahr im Gemeindezentrum der Paul-Gerhardt Gemeinde in Stuttgart. In diesem Jahr hatten wir einen ganz besonderen Grund zum Feiern: Der EBSW ist 60 Jahre alt geworden. Neben den wichtigen Gesprächen mit Bekannten schauten wir dankbar auf die Zeit zurück und auf das, was den EBSW heute und auch morgen so wertvoll für uns macht.

Es war ein gelungener Tag, der durch die Planung, Mitwirkung und Unterstützung von vielen haupt-und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglich war. Herzlichen Dank an alle, besonders an die Unermüdlichen im Hintergrund!

„Du bist‘s, dem Ruhm und Ehre gebühret und Ruhm und Ehre bring‘ ich dir. …“ Mit dieser Liedstrophe von Christian Fürchtegott Gellert, vertont von Joseph Haydn, hat der Chor im Gottesdienst musikalisch erinnert, dass vor allem unserem Gott Ruhm und Ehre gebührt, auch für die 60 Jahre EBSW.

In der Predigt über Lukas 11, 5 – 13 gab uns Kirchenrätin Dr. Karin Grau eine neue Sichtweise auf das Gebet: Hat nicht jeder von uns schon mal geseufzt über unbeantwortete Gebete? Der Predigttext steht direkt im Anschluss an das Vaterunser und ermutigt uns, ohne Scheu bei Gott anzuklopfen und an der Tür zu rütteln, weil Gott unser Freund ist. „Unverschämtes Drängeln“, so kann man unter Freunden reden. Vor allem Schwaben haben damit Probleme, wird man doch erzogen dazu, nicht aufdringlich zu sein und nicht unverschämt zu wirken. Ist mein Beten vielleicht zu wohlerzogen und in geordneten Bahnen? Gott braucht mein Gebet, mein Anklopfen nicht. ER kennt mich bis in die tiefsten Tiefen. Aber wir brauchen das Gebet, damit unsere verkrusteten Schutzschalen von uns abfallen, und das Herz sich Gott öffnet. Wir haben nicht auf alles eine Antwort, wir können nicht alles richtig machen. Aber wir können jeden ernst nehmen in seiner Situation und von unseren eigenen Erfahrungen erzählen. Und wir können uns selbst auf den Weg machen zu Jesus und auf ihn als besten Freund vertrauen.

Im Gottesdienst wurde auch der neue Vorstand des EBSW eingesetzt und gesegnet.

Im Grußwort am Mittag erinnerte Frau Dr. Grau an die drei wichtigsten Ereignisse 1957: den Sputnik, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Gründung des EBSW.

Herr Edelmann vom kath. Blinden- und Sehbehindertenwerk benutzte das Bild der Eiche für den EBSW und freute sich an dem geschwisterlichen Verhältnis der evangelischen und der katholischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge.

Beim Rückblick am Nachmittag auf 60 Jahre EBSW wurde Else Bauder interviewt, die erste hauptamtliche Mitarbeiterin beim „Christlichen Blindendienst“, wie der EBSW damals noch hieß. Sie war die erste angestellte Mitarbeiterin von Pfarrer Kumpf, der selbst blind war. Frau Bauder legte mit ihrem großen Engagement und ihrem persönlichen Einsatz den Grundstock für das, was der EBSW heute ist: mit persönlichen Kontakten den Betroffenen nahe sein und sie als Menschen wahrnehmen.

Im Interview mit Dorothea Holzäpfel hörten wir, wie der EBSW auch ganz praktisch Betroffene unterstützt. Frau Holzäpfel hatte auf einer Freizeit des EBSW in Schmie die ersten Blindenschriftzeichen erlernt und hat viel Ermutigung bekommen, um als Mutter und Hausfrau trotz schwindender Sehkraft ihren Alltag zu meistern. Als Mitglied im Vorstand übernimmt sie heute im EBSW mit viel Freude Verantwortung für die Arbeit im Verein.

In einer Tonbandaufnahme aus dem Jahre 1978 hörten wir Pfarrer Gerhard Kumpf bei seiner Verabschiedung. Er berichtete, wie er als blinder Pfarrer den Auftrag bekam, die kirchliche Blindenarbeit im Land aufzubauen. Die Arbeit half ihm, seine eigene Erblindung anzunehmen und anderen Betroffenen Bruder und Hilfe zu sein.

Was macht den EBSW so wertvoll für die Betroffenen? Ich darf so sein wie ich bin, meine Einschränkungen werden verstanden, meine Bedürfnisse ernst genommen und das ist entspannend und befreiend.

Was sind die Schwerpunkte des EBSW heute und auch in der Zukunft? Kontakte, Freizeiten und Seelsorge – das sind die drei Standbeine des EBSW.

Schön war das Jahresfest und ich freue mich schon auf das nächste Mal am 13. Mai 2018.

Helmut Borchers

Vom Jahresfest haben wir eine CD erstellt (Audio- und Daisy-Format). Gerne können Sie diese in der EBSW-Geschäftsstelle bestellen
Tel. 07191 – 6 00 00.

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