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EBSW - Porträt Anne Adrion

Besuch bei Anne Adrion

„… und auch noch einen schönen Gruß von Frau Adrion.“ Wenn bei der Vorstellungsrunde in den Proben des EBSW-Chores Johannes Gradmann an die Reihe kommt, versäumt er es nie, den Sängerinnen und Sängern diesen Gruß auszurichten. Seit mehr als 37 Jahren begleitet Anne Adrion blinde und sehbehinderte Menschen und den EBSW aktiv und nun von zu Hause aus immer mit ihren guten Wünschen und Gedanken. Bestimmt erinnern sich viele noch an den wunderschönen Tischschmuck, den Frau Adrion so manches Jahr beim Jahresfest aus Naturmaterialien zusammengestellt hat. Wir durften sie zu Hause besuchen.

Bei Bibelgesprächen hat sie 1980 den damaligen Geschäftsführer des EBSW, Stephan Uber, kennengelernt. Dieser sprach sie 1981 an, ob sie eine blinde junge Frau zu einer Freizeit nach Osterode im Harz begleiten wolle. Von dieser Reise erzählt sie heute noch voller Begeisterung. Auch an Freizeiten in Bad Liebenzell erinnert sich die bald 96 Jahre alte Dame sehr lebhaft. Bei ihren Begleitdiensten hat sie schnell begriffen, dass man blinden Menschen nicht alles abnehmen soll – z.B. den Schrank einräumen – sondern, dass diese Menschen alles das selbständig tun wollen, was noch möglich ist. Sie hat immer versucht, andere Menschen für das Schicksal von Blinden und Sehbehinderten zu interessieren und für Begleitdienste zu gewinnen.

Anne Adrion hat drei Söhne. Einen hat es nach Argentinien gelockt. In der Fremde dort hat sie ihn auch schon besucht. Die beiden anderen sind in ihrer Nähe geblieben. Sie selbst lebt immer noch in ihrem Geburtshaus im Backnanger Stadtteil Maubach. Fast könnte man meinen, die Zeit sei im Adrionhaus stehen geblieben. Frau Adrion ist umgeben von alten, vertrauten Möbeln und vielen Dingen, die sie im Laufe ihres Lebens zusammengetragen hat. Dazu gehören viele Gedichte – fremde und eigene. Frau Adrion verdichtet nämlich ihre Gedanken in gereimte Sprache. Ihre reiche Lebenserfahrung, ihr Gottvertrauen und ihre Naturbeobachtungen finden sich in ihren Texten wieder. Einige hat sie uns vorgetragen und sogar vorgesungen.

Wenn sich der Lebenskreis von Anne Adrion wegen körperlicher Gebrechen auch sehr verengt hat, konnte sie sich ihren Lebensmut und ihre Energie doch bewahren. Nach wie vor sind ihre Gedanken bei anderen Menschen, für die sie noch immer da sein will. Wir durften in ihr einen Menschen kennen lernen, dessen ganzes Leben vom Glauben an einen gnädigen Gott erfüllt ist.

Dorothee und Eberhard Hahn

Im Alter

Ich musste im Leben durch Tiefen und Höhn,
und dann habe ich erst gesehn,
dass mein Leben voller Wunder ist
und alles andere schnell erlischt.
Wenn ich dies nicht glauben kann,
seh‘ ich mit Freud ein Kindlein an.
Dann jauchzt mein Herz und singt ein Lied:
Wie groß ist des Allmächt'gen Güt!
Dies gibt mir wieder frischen Mut.
Glaub mir, mein Altersweg ist gut.

Anne Adrion

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